Unsere Hochzeit

Mai 24, 2009

7.30 Uhr Ich bin wach… hatte meinen Wecker auf 8.00Uhr gestellt, aber ich brauchte ihn ja nicht mehr. Ich stellte ihn also aus. Ich lag in meinem Kinderzimmer, schaute mir alles an, schwelgte in Erinnerungen… danach stellte ich mir den Ablauf vor, was musst du noch machen, wie schaffst du das…

8.15Uhr Ich stehe auf… gehe runter zu meinen Eltern in die Küche – Frühstück. Ich hab noch Hunger, bin noch nicht so nervös. Bin froh, etwas essen zu können. Mama fragt, wie ich geschlafen hab, ob David sich schon gemeldet hat und und und… es ist schön, gemütlich, macht richtig Spaß. Nach dem Frühstück springe ich unter die Dusche. Danach gehe ich mir die Nägel lackieren, fahre noch mal kurz nach hause, weil ich die SD-Karte meiner Digicam vergessen hab… und traue meinen Augen kaum… meine Brüder und meine Schwägerin haben unseren Hauseingang geschmückt… Störche, Babykleidung… einfach klasse… Ich muss erst mal alles bewundern und fahre dann mit meinem Vater wieder zurück… hier wird nun der Kirchenbankschmuck vollendet (obwohl der eigentlich nicht gebraucht wird, dazu aber später mehr) und dann geht es auf zum Schmücken in die Kirche…

11.30 Uhr Wir sind pünktlich am Schloss angekommen. Unsere Floristin wartet auch schon, ich frage schnell nach, ob wir kurz auf dem Busparkplatz stehen bleiben dürfen. Alles ok. Wir schnappen uns die Deko und machen uns auf in die Kirche. Und irgendwie hatte ich schon mit so etwas gerechnet… die Kirchenbänke sind barock, die Sisaltüten fallen gar nicht auf. Und nun? Meine Floristin kommt auf die Idee, sie auf die Abgrenzung des Altarraumes zu legen… Eine gute Idee, es sieht super aus. Dann noch schnell die Kirchenhefte verteilen und weiter geht’s zur Friseurin. Kurzer Zwischenstopp am Hotel, restliche Sisaltüten abgeben.

12.15 Uhr Die Friseurin kommt, lässt uns rein und bittet schon mal Platz zu nehmen. Ich lege den Schleier ab und die Digicam daneben. Die Friseurin bereitet alles vor und guckt sich dann die Bilder vom Probestecken noch mal an. Ruckzuck sind die Haare auf die Wickler gedreht, meine Mutter hat sich in der Zwischenzeit noch mal verabschiedet und ist nach hause gefahren, wir haben Spaß, schnacken und lachen, ich bin irgendwie gar nicht nervös… Nach dem die Wickler aufgedreht sind, schminkt sie mich. Natürlich und nicht zu grell, aber man sieht, dass ich geschminkt bin, genauso wie ich es wollte. Super… ich bin jetzt schon begeistert… meine Mutter kommt wieder… Nun werden die Wickler gelöst und sie beginnt zu stecken… zuerst die Banane am Hinterkopf für den Schleier, dann nach und nach jede weiter Strähne… die Frisur ist wunderschön, meine Mama vergießt die erste Träne…

13.45 Uhr Die Frisur ist fertig, nun wird die Frisur meiner Mutter noch etwas in Form gezupft und es geht wieder in Richtung zu hause… dort angekommen gibt es eine Kleinigkeit zu essen, mir schmeckt es nicht mehr – ich werde nervös…

14.15 Uhr Ich gehe mich anziehen, gleich kommt die Kutsche… ich bin gespannt… Meine Mutter kommt zum Helfen beim Anziehen nach oben… plötzlich : Hufklappern draußen… Jetzt schon? Es ist viel zu früh. Mein Vater geht raus zum Kutscher, unterhält sich mit ihm… ich ziehe mich in Ruhe weiter an. Meine Mutter ist begeistert und nun geht’s auf nach unten. Mein Bruder wartet schon, filmt das ganze und dann warte ich auf meinen Vater. Gebe kurze Anweisungen (wie das neben dem Nervenflattern ging, ich weiß es nicht) was noch mit muss, gleich, wenn die anderen fahren…

14.45Uhr Mein Vater geleitet mich vor den Augen meiner Familie und denen der Nachbarn in die Kutsche. Ich nehme Platz, mache es mir bequem… Die Nachbarn klatschen, als wir fahren, meine Mama weint, mein Bruder filmt… alles sehr ergreifend…

15.00Uhr Wir sind noch nicht sehr weit gekommen, jedoch sind schon viele Autos an uns vorbei gefahren, einige Hupen, andere rufen durch das Fenster Glückwünsche, am süßesten sind die beiden Kinder, die mir „Viel Spaß“ zurufen… es beginnt jedoch zu regnen. Wir spannen einen Regenschirm auf… aber nicht lange, denn der Regen wird stärker. Der Kutscher hält und klappt das Verdeck zumindest einseitig zu, damit wir noch etwas sehen… Als der Regen stärker wird, spannen wir zudem den Regenschirm wieder auf, um mein Kleid zu schützen.

15.30 Uhr Nichts geht mehr, wir halten unter Bäumen an und warten… an mir vorbei fahren nun die ganzen Gäste – unter anderem aber auch mein Mann… ich ducke mich, als ich das Auto herannahen sehe, halte mir meinen Brautstrauß vor das Gesicht, kichere wie ein Teeny… einfach schön… er hat mich nicht gesehen, genau das, was ich wollte… ;)

15.40 Uhr Wir müssen weiterfahren, es geht nicht anders, wollen ja zur Kirche. Es regnet immer noch. Wir fahren von der Hauptstraße auf den Fahrradweg – nehmen den kürzesten Weg zum Schloss… es sind auch hier viele Menschen unterwegs, klatschen, wünschen Glück…

15.55Uhr Genau rechtzeitig kommen wir zum Schloss und ich zur Kirche und meinem Mann. Endlich angekommen. Ich sehe: Mein Engelchen, dann meinen Schwiegervater und dann ENDLICH MEINEN MANN… und er ist sooooo schick, sieht sooo gut aus, ist einfach MEIN Mann…

16.00 Uhr Ein kurzes Gespräch mit meinem Mann und dann betreten wir die Kirche. Mein Großcousin, unser Pastor tritt auf uns zu, segnet uns und dann ziehen wir ein. Der Gottesdienst einfach toll, ergreifend, passend… schlichtweg der beste, den ich je erlebt habe… angefangen von der Geschichte zu Begrüßung:

Ich blieb auf der B… stecken, wegen einem Stau. Hatte Angst, zu spät zu kommen. Als ich näher kam, wusste ich auch woher der Stau rührte – eine Kutsche behinderte den Verkehr. Und schon bald wusste ich auch, dass das die Kutsche der Braut war und ich war beruhigt. Solange sie hier noch unterwegs ist, komme ich auch nicht zu spät…

Über die Lesung vom kleinen Prinzen, dann das Trio, was „Shine on us“ singt bis hin zur Predigt, die einfach toll ist. Aus dieser Predigt geht unser erstes Hochzeitsgeschenk hervor, eine Wäscheklammer. Und für uns das bedeutendste Geschenk. Einfach toll…

Weiter geht es mit der Trauung, die sehr ergreifend ist. Ich habe Mühe meinen kurzen Text aufzusagen – bin zu gerührt…

Nach der Kommunion singt dann unsere Sängerin noch „Ins Wasser fällt ein Stein“ und wir sind fast am Ende des Gottesdienstes…

Der Auszug folgt und wir laufen draußen direkt in die Arme der Kinder des Kindergartens. Sie haben ein Lied und ein Gedicht vorbereitet und wir bekommen zudem noch eine große Platte mit 2Herzen aus rot gedruckten Kinderhänden und von jedem Kind eine rote Rose. Einfach toll… ich bitte meinen Bruder, die Seifenblasen an die „Blumenkinder“ zu verteilen und die Kindergartenkinder bekommen ein kleines Buch von uns…

Nun mussten mein Mann und ich noch ein großes Herz ausschneiden und David musste mich durchtragen. Hat er auch super geschafft, hatte ich gar nicht gedacht… lach Meine Schwägerin und mein Bruder hatten zu unseren 4 Seifenblasen noch einige mehr verteilt und so standen auch unsere Gäste um uns herum und pusteten Seifenblasen. Ich bin gespannt, was da für Fotos bei rum gekommen sind.

17.15 Uhr Nach den ersten Gratulationen ging es dann über zum Fotoshooting. Zuerst Gruppenfotos und später dann noch die mit uns allein. Das erste Malheur ließ nicht lange auf sich warten. Mein Schwiegervater machte sich auf den Weg, die ersten Sachen ins Auto zu bringen. Die Kutsche stand auf der Schlosszufahrt, zusammen mit zwei Autos von Gästen (Davids Onkel und Tanten). Wir machten uns auf zum Paarshooting im hinteren Teil des Schlosses. Kurz darauf kam die Kutsche hinter uns her, zum Bilder mit Kutsche machen. Als die Kutsche vom Schlosshof verschwunden ist, kommt mein Schwiegervater wieder. Er sieht, wie die Autos den Hof verlassen und sucht die Kutsche. Denkt, wir sind schon los und spurtet zum Auto. Zusammen mit den meisten der anderen Gäste wird nun eine Kolonne gebildet und auf geht’s zum Hotel. Ohne Kutsche, denn die ist ja nun bei uns. Am Hotel angekommen sind die meisten Gäste sehr verdutzt. Kein Brautpaar da. Die ersten Getränke werden bestellt und zu unserem Frust wird auch mit dem Empfang schon begonnen. Ohne uns…. Wir machen in der Zwischenzeit die Fotos und fahren dann mit der Kutsche vom Schlosshof. Vor dem Schloss warten noch ein paar Autos auf uns – meine Eltern, Tante und Onkel, Cousine etc… und ein paar Freunde von uns…. Ich überlege, wo der Rest sein könnte, bin etwas ärgerlich, dass alle scheinbar einfach gefahren sind, finde es aber nicht mehr so schlimm, als uns am Hotel eine Menschentraube empfängt… klatscht und uns freudestrahlend empfängt.

18.35 Uhr Der Empfang hat schon begonnen und auch wenn die Gäste meinen, wir müssten etwas anders machen, halten wir doch am besprochenen Ablauf fest und gehen in den Innenhof, die Außenterrasse unseres Hotels. Dort warten wir auf die Gratulanten, die auch bald den Weg zu uns finden. Neben Geschenken, Sekt und Gratulanten finden wir Zeit für erste Gespräche, Komplimente und Reflexionen des Gottesdienstes.

19.25 Uhr Ich bitte die Gäste an die Tische, denn gleich wird das Essen beginnen. Nach ein paar kurzen Worten zur Begrüßung beginnen die Kellnerinnen zu servieren. Meine Cousine und ihr Mann nutzen die Zeit für eine tiefgehende Einlage und schenken uns die Kerzen passend zum Text.

Danach beginnt das Essen: Baguette als Appetitanreger macht den Anfang, es folgt die Hochzeitssuppe. Nach der Suppe dürfen wir das Buffet eröffnen. Lecker, aber ich kann leider nicht viel essen. Warum auch immer. Vielleicht ist einfach das Kleid zu eng – ich weiß es nicht. :D

21.15 Uhr Der Hauptgang/das Buffet ist bei allen gut angekommen, viele der Raucher nutzen den Übergang zum Dessert als Raucherpause. Wir nutzen die Pause für eine kleine Fotosession mit dem Fotografen – Wasserspielfotos, ich bin gespannt aufs Ergebnis.

21.25 Uhr Ich spreche mit dem Personal ab, dass das Dessert nun gebracht werden kann und bitte daraufhin die Gäste wieder Platz zu nehmen.

21.35 Uhr Das Dessert kommt, inmitten von Tischfeuerwerk und Wunderkerzen wird es serviert. Wunderschön….

21.45 Uhr Ich verkrümel mich kurz mit meinem Mann aufs Zimmer – unsere Sachen nach oben bringen und nebenbei bekommt mein Mann hier sein Hochzeitsgeschenk. Die Fotos vom Shooting. Er ist begeistert und freut sich total. Nach dem ausgiebigen Betrachten gehen wir zurück auf die Feier.

22.00 Uhr Der Hochzeitstanz – total schön und wir haben riesigen Spaß. Mein Mann hat noch nie so viel mit mir getanzt und fordert mich auch am ganzen Abend immer wieder auf…

ab nun beginnen auch die Spiele:

- Die Reise nach Jerusalem mal anders, liebevoll gestaltet von meinen Kolleginnen

- Eine Reise durch das kommende Leben des Brautpaares vom Kinderkriegen bis hin zum Tanzcafe im Rentenalter… seeeeeehr lustig und ich bin auf Bilder gespannt.

- der Schleier wird abgenommen und der Brautstrauß geworfen (leider der richtige und nicht der Wurfstrauß – den Wurfstrauß hatten meine Eltern im Auto ihrer Schwägerin vergessen und diese war bereits nach hause gefahren – schnief )

- Die Reise nach Jerusalem (und die Verteilung von Aufgaben an die Gäste für unser Hochzeitsjahr)

Zwischendurch gab es um 00.00 Uhr auch noch die Hochzeitstorte – aus Eis unten Schokosplitter, oben Himbeer (bestellt war allerdings Pfirsich – Maracuja, wer weiß, was da schief lief)

02.30Uhr Die Feier findet ihr Ende, die Band hat bereits ihren letzten Tanz gespielt und viele Gäste sind schon gegangen. Wir gehen auf das Zimmer, lassen den Tag im Whirlpool Revue passieren und fallen gegen 04.00 Uhr ins Bett…

One Response to “Unsere Hochzeit”

  1. erinnerungskiste Sagt:

    Oh, wie traumhaft! Ich habe gerade deinen Eintrag hier gelesen und finde, das klingt einfach nach einem wunderschönen und unvergesslichen Tag.
    Ich habe heute meinen ersten Eintrag in mein Hochzeitsblog geschrieben und in deinem werde ich in den nächsten Wochen ganz viel stöbern!
    Alles Liebe und die herzlichsten Glückwünsche
    Mareike

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